Das Kalium während eines einzelnen Signals
Von außen betrachtet bewegt sich eine Muskelfaser einfach. Auf der Ebene ihrer Hülle läuft dagegen eine genau getaktete Folge ab, bei der sich Ionen innerhalb weniger Millisekunden verschieben. Drei Abschnitte lassen sich unterscheiden.
Das Gefälle kostet Energie
Die Natrium-Kalium-ATPase sitzt zu Tausenden in der Membran jeder Faser. Sie spaltet ein Molekül ATP, nutzt die frei werdende Energie für eine Formveränderung und schleust dabei drei Natrium-Ionen hinaus und zwei Kalium-Ionen hinein. Weil mehr positive Ladung die Zelle verlässt als hereinkommt, liefert die Pumpe zusätzlich einige Millivolt direkt zur Membranspannung.
Ruhende Kanäle lassen Kalium hinaus
In Ruhe stehen bestimmte Kaliumkanäle, sogenannte einwärtsgleichrichtende Kanäle, dauerhaft offen. Kalium-Ionen folgen ihrem Konzentrationsgefälle nach außen und nehmen jeweils eine positive Ladung mit. Zurück bleibt ein leichter Überschuss an negativer Ladung im Inneren, der weiteres Ausströmen bremst. Wo sich beide Tendenzen die Waage halten, stellt sich die Ruhespannung ein.
Nach dem Signal: zurück auf die Ausgangslinie
Erreicht ein Signal die Faser, öffnen sich Natriumkanäle, und die Spannung kippt kurz ins Positive. Mit etwas Verzögerung öffnen spannungsgesteuerte Kaliumkanäle. Der Ausstrom von Kalium führt die Membran wieder in Richtung ihres negativen Ausgangswerts – ein Vorgang, der als Repolarisation bezeichnet wird. Erst danach kann die Faser auf das nächste Signal antworten. Für diesen Mineralstoff hat die EU eine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen:
„Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Die pro Signal ausströmende Menge Kalium ist im Verhältnis zum Vorrat im Zellinneren sehr klein. Über viele aufeinanderfolgende Signale summiert sie sich jedoch, und die Pumpe bringt das Kalium fortlaufend an seinen Platz zurück.